Hubert Huber: "Kulturmodell soll ein europäisches Künstlerhaus werden"

Von Ariane Freier

Mit "Neuen Arbeiten aus der Druckwerkstatt" ist nach zweijähriger Bauzeit der Ausstellungsraum im Kulturmodell Bräugasse wiedereröffnet worden. Geht es nach dem Bildhauer und Graphiker Hubert Huber, soll sich die Einrichtung zum europäischen Künstlerhaus mausern.

Zwei Jahre ist es her, dass der Ausstellungsraum im Kulturmodell Bräugasse wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Nach parteipolitischen Differenzen hatte sich der Kulturausschuss der Stadt doch für eine Generalsanierung des Hauses - verteilt auf drei Bauabschnitte - und damit eine stattliche staatliche Förderung entschieden.
Mit dem neuen, schlichten Ausstellungsraum ist der erste Abschnitt nun fertiggestellt. Er ist im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Medien eingeweiht worden (musikalische Umrahmung: Heinz Scholler). Der Boden ist in Anlehnung an die ursprüngliche Gestalt um etwa einen halben Meter tiefergelegt worden - und wirkt in seiner Schlichtheit mit Holzdielen, Gewölbe und Säulen äußerst reizvoll. Die Kosten dafür belaufen sich auf 310 000 Mark, 250 000 Mark davon sind Städtebaufördermittel (150 000 Mark von der Regierung von Niederbayern, 100 000 Mark von der Stadt).
Selbst während der Bauphase herrschte dank des Einsatzes von Lucia Uhrig, die das Schiff wie ein Kapitän nicht verlassen hatte, in der Litho- und Radierwerkstätte des Kulturmodells reger Betrieb. Und auch die Künstler nutzten die Ateliers, Wohn- und Probenräume. Der Stadtrat, so Dupper, habe die Weichen gestellt, dass Lucia Uhrich dem Haus als Koordinatorin auch weiterhin erhalten bleibt.
Dennoch sei es in den beiden vergangenen Jahren für die weniger etablierten Künstler "sehr schädlich gewesen, sich nach außen nicht mehr präsentieren zu können", sagte Hubert Huber, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern (BBK), in seiner Ansprache. Huber, den Bürgermeister Jürgen Dupper als "Motor für den Bereich der bildenden Kunst" im Haus und als "personifiziertes Kulturmodell" bezeichnet hatte, nannte die Einrichtung "vorbildlich, weit über Passau hinaus". Folgerichtig forderte er mit Nachdruck die Vollendung des zweiten und dritten Bauabschnittes ein und versicherte, dass im Haus wirtschaftlich gearbeitet werde. "Trotzdem sind wir auf die Unterstützung der Stadt angewiesen."
In Vernetzung mit der Uni und der kommunalen Medienzentrale möchte der Chef der Künstlerselbstverwaltung das Kulturmodell als europäisches Künstlerhaus vermarkten. In Frankreich und Spanien hat Hubert Huber das Kulturmodell bereits erfolgreich vorgestellt - generell soll der Künstleraustausch ausgebaut werden. Als äußeres Zeichen für den Werbefeldzug weist künftig eine Fahne vor dem Eingang in der Bräugasse auf Ausstellungen hin.
Dr. Max Brunner, Kulturdirektor der Stadt, appellierte an Künstler und Kultureinrichtungen, angesichts der allgemeinen Kürzungen im Kulturbereich solidarisch zu sein. Es komme darauf an, das eigene kulturelle Potenzial in der Stadt zu fördern und sich zusätzliche Impulse von außen zu holen. "Jetzt wird hart und heftig ums Geld für die Kultur gestritten", so Brunner, "aber das Einzige, was in 100 Jahren von Passau bleiben wird ist, dass es eine Kulturstadt ist." Deshalb werde die Stadt eine Einrichtung wie das Kulturmodell auch nicht fallen lassen. Und auch, wenn der zweite und dritte Bauabschnitt derzeit auf Eis liegen, "muss das ja nicht so bleiben".



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